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Auf gute Nachbarschaft

Wer hätte es nicht erwartet? Kaum schreibt man mal ein paar leicht zu lesende, inhaltlich eher triviale Zeilen, wird man des nicht altersgemäßen Schreibens bezichtigt … Natürlich, jeder hat seinen eigenen Schmack, man darf frei seine Meinung äußern und wirklich gekränkt bin ich dadurch auch nicht. Im Gegenteil. Findet ihr nicht auch, man sollte bei all den anspruchsvollen Alltagsproblemen und den höchst intellektuellen Texten des Studiums ab und an etwas eher Nebensächlich lesen? Oder eben schreiben? Wie oft passieren einem Dinge, die man für unglaublich hält, die in Bezug auf das Weltgeschehen allerdings ohne Bedeutung sind.. So auch vor 2 Tagen abends in der Straßenbahn.

Ich musste am Planetarium umsteigen. Als ich mich in der zweiten Bahn setzen wollte, sah mich ein bekanntes Gesicht skeptisch an. Ich sah skeptisch zurück. Ja, die kennst du doch wirklich!

Ich sage vorsichtig und fragend ihren Namen. Sie nickt. Wie cool ist das denn! Eine Bekannte aus meiner Heimat sitzt mir gegenüber. Wir sind nie in eine Schule gegangen, denn sie ging auf die bei mir im Wohnort, ich auf eine andere, ein paar Kilometer entfernte. Wir waren auch nie die allerbesten Freunde – aber genau das ist ja das Magische: Wenn man sich irgendwo im Nirgendwo auf offener Straße trifft, freut man sich, einander zu sehen, frei nach dem Motto: Du bist auch hier?!?

Es stellte sich im Verlauf der Fahrt heraus, dass sie eine Ausbildung macht, also nicht mit mir an die Uni geht und schon vor ein paar Monaten eingezogen ist. In die Wohnung genau über mir! Selbes Haus! Selbe Seite! Auch wenn sie einen anderen Arbeitsrhythmus hat, hoffe ich, dass man sich hin und wieder sieht, auch außerhalb des gemeinsamen Hausflurs. Gleich gestern habe ich mir dann einen Schraubenzieher von ihr geliehen. Ich musste doch noch diese Rollen vom Regal abschrauben…

Einer aus dem Nachbarhaus durfte dann auch gleich den besten Eindruck von mir gewinnen:

Ich telefonierte die ganze Zeit auf dem Nachhauseweg mit einer guten Freundin. Vor der Haustür blieb ich dann stehen. Ich war voll beladen, konnte nicht aufschließen mit dem Telefon in der Hand, wollte aber auch nicht auflegen. Außerdem war es draußen so schön… Also stellte ich meine Taschen ab, lehnte mich gegen einen Fahrradständer und quatschte weiter. Irgendwann wiederholte ich ein Wort, das meine Freundin erwähnt hatte: „Was?? Telefonsex?!?!“ (Nicht zwischen uns beiden, sondern ein Typ hatte ihr das per facebook vorgeschlagen)

Ich hörte nur ein Husten – und guckte nach oben. Da saß ein Mann mit Zigarette auf seinem Balkon. Er hatte mir schon die ganze Zeit zugehört, fand es wahrscheinlich amüsant bis unwichtig und hatte bei diesem Stichwort interessiert aufgehorcht. Na dann! (……..was soll’s)

Ansonsten freu ich mich, wenn ich heute das Grobe endlich erledigt habe. Muss beispielsweise noch zum Einwohnermeldeamt (die hatten schon zu als ich dagewesen war) und die 1.000 Plastikflaschen hier im Haus wegbringen. Ab mittags Veranstaltungen in der Uni, abends ein Treffen mit der bAsta-Redaktion. Mal gespannt, was einen da erwartet =)

4.9.13 07:45
 


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